Ankunft in Uganda
28. Sep 2009 | von Stefanie Frels | Kategorie: Aktuell, Reise, Stefanie Frels in Uganda 2009Es ist schon eigenartig nach so vielen Malen in Nairobi zu landen und diesmal nicht durch den Zoll zu gehen und dann nach Hause zu fahren oder zumindest Freunde zu besuchen. Stattdessen sitze ich zwei Stunden in den wenig einladenden Flughafenfluren im Transitbereich und sehe zu, wie Flüge nach ganz Afrika gehen. Noch schnell zwei Postkarten für die Jungs geschrieben, damit wenigstens ein bisschen Post vor meiner Rückkehr ankommt, und dann wird auch endlich der Flug nach Entebbe aufgerufen.
Schon im Landeanflug auf Nairobi sah man in der Morgendämmerung wie trocken der Norden ist. Jetzt beim Start wird mir das Ausmaß der Katastrophe erst klar. In der Ferne der Mount Kenya und unter uns nichts als verdorrtes Land. Erst im Westen wird es grün. Hier muss es vor kurzem geregnet haben.
Am Flughafen steht schon Father Darius. Er wird in den nächsten Tagen meine Reise begleiten und macht sich schon jetzt Sorgen um mein leibliches Wohl. Die Fahrt führt durch Entebbe, wo wir prompt in eine Geschwindigkeitskontrolle geraten (der liebe Father war 30 km/h zu schnell). Entebbe gehört zu den ärmeren Gegenden Kampalas, von dort geht es weiter nach Gaba, einem der schöneren Stadtteile. Hier im großen Seminar unterrichtet er, seine Heimatgemeinde Rugazi liegt aber rund sechs Autostunden weiter im Südwesten. Ich kann mich duschen und die auffallend gepflegte Anlage mit ihren vielen Obstbäumen und Eichhörnchen genießen.
Nach dem Mittagessen brechen wir Richtung Rugazi auf. Ziel für heute ist Mbarara, hier ist das „St. Francis Family Helper Programme“ angesiedelt. Seit vielen Jahren leitet Mary Moran das Projekt sehr erfolgreich. Sobald wir Kampala verlassen haben, wird die Gegend sehr bewaldet, hier hat man vor einigen Jahren einen Schutzwald eingerichtet. In Masaka machen wir eine Pause um uns die Füße zu vertreten, meine Beine können bald nicht mehr sitzen.
Am Eingang von Mbarara liegen die Army Barracks des legendären Idi Amin treuen Lions Batallion. Im Kampf gegen das Idi Amin Regime fanden hier besonders heftige Kämpfe statt und als das Batallion fiel, erkannte man den Kampf gegen Idi Amin als gewonnen. Wir fahren durch das dunkle, quirlige Mbarara hinauf zum Gelände der Catholic Diocese.
In Mary Morans Haus geht es sehr lebendig zu. Der herzliche Empfang gibt mir das Gefühl angekommen zu sein. Zwei Besucher von Cross International sind da, auch sie unterstützen und beraten das Projekt. Ein irischer Freiwilliger (seines Zeichens Schreiner), Fr. Emmanuel, verantwortlich für das Förderprogramm innerhalb des St. Francis Family Helper Programme und eine Deutsche, die in Fort Portal eine Counselling Ausbildung macht und jetzt eine Woche bei Mary unter Betreuung arbeitet, sind beim Abendessen dabei. Es wird viel gelacht.
Untergebracht bin ich im Gästehaus der Schwestern, einer Oase der Ruhe.
Ich war im Frühjahr 2009 mit zwei Freunden beim St. Francis Family Helper Programme. Wir haben während drei Wochen viel Einblick in das Projekt bekommen und fanden es vorbildlich.