Ereignisreiche Tage
21. Mrz 2009 | von Jonathan Kempen | Kategorie: Jonathan Kempen in Südafrika 2009, ReiseHannah und ich haben letzte Woche eine alte Rumpelkammer ausgemistet, wobei einiges an Unbrauchbarem angefallen ist. Deshalb kam am Freitag Morgen Frikkie, unser Mann für alles, mit seinem Pickup vorbei, um den Schrott zur Mülldeponie zu bringen. Ich habe ihn dorthin begleitet…
Als wir dort ankamen, sah ich ein riesiges Feld aus Müll, in dem vereinzelt Hütten aus Pappe und Wellblech standen. Tatsächlich sah ich Menschen, die in diesem Abfall nach Brauchbarem suchten und hin und wieder die Hand zum Mund führten. Es schockierte mich, nur wenige Kilometer von Sizanani entfernt, ein solches Elend zu sehen. Ich hatte meine Kamera nicht dabei und hätte es wahrscheinlich auch nicht fertig gebracht, Bilder zu machen.
Etwas später stand dann ein etwas erfreulicherer Programmpunkt an. Die offizielle Eröffnung der Unbunye Kindertagesstätte im Township Rethabiseng. Schon seit September 2008 werden dort täglich bis zu dreizehn Kinder mit mehr oder weniger starker Behinderung betreut. Ein Großteil der Finanzierung wurde von der ungarischen Botschaft übernommen. Mit der offiziellen Eröffnung hat man gewartet, bis der ungarische Botschafter selbst das rote Band durchschneiden konnte. Auch der ehemalige Erzbischof von Pretoria, George Daniel, war da, um der Einrichtung seinen Segen zu geben.
Da das Sizanani Children’s Home vor ein paar Jahren mehrere Kinder zurück zu ihren Familien schicken musste, haben die Verantwortlichen den Beschluss gefasst, durch sogenannte Outreach-Projekte weiterhin helfen zu wollen. Zwei weitere Tagesstätten sind geplant und sollen noch dieses Jahr eröffnet werden.
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Nur zwanzig Kilometer von Sizanani entfernt liegt das Ezemvelo Naturreservat. Trotzdem brauchten Rosanne, Nadine, Altine, Laurenz und ich am Samstagmorgen ungefähr ein Stunde, um dort anzukommen. Die gesamte Straße dorthin besteht aus Erde, die vom Gewitter am Vortag größtenteils weggeschwemmt worden war. Es war nicht einfach, den kleinen Ford auf der Fahrbahn zu halten.
Zuvor hatten wir beschlossen, einen langen Spaziergang durch den Park zu machen, was in der sengenden Mittagssonne zu einer Herausforderung wurde. Sämtliche Hinweise auf einen Wanderweg waren vom hohen Gras bedeckt. Doch letztendlich schafften wir es, auf den richtigen Pfad zu kommen und wurden mit einer wunderbaren Landschaft belohnt. Wir wanderten über felsige Hügel mit unbekannten Pflanzen, durch Felder aus schulterhohem Gras, vorbei an kleinen Flüssen und riesigen Sümpfen. Hin und wieder konnten wir eine Antilope, ein Zebra, oder eine Gnuherde sehen. Von den versprochenen Nashörnern war aber weit und breit nichts zu sehen.
Ich stand hoch oben auf einem Felsen und genoss einen 360 Grad Rundblick über die schier endlose Weite der südafrikanischen Landschaft. Wow! Da fühlte ich mich wie ein großer Entdecker, obwohl ich wusste, dass schon viele Menschen vor mir diese unglaubliche Landschaft genossen hatten.
Voll mit tollen Eindrücken und Erlebnissen fuhren wir dann zurück nach Sizanani. Da fiel mir ein, dass der 21. März ja ein nationaler Feiertag ist. Der Tag der Menschenrechte! Dieser Tag bedeutet den Südafrikanern einiges, da sie an diesem Tag der Abschaffung der Apartheid gedenken. Das Ende der Rassendiskriminierung! Trotzdem besteht heute immer noch ein großes Maß an Vorurteilen gegenüber der anderen Hautfarbe. Von den immer noch bestehenden Spannungen zwischen den „Rassen“ werde ich aber zu einem anderen Zeitpunkt berichten.


