Von Löwen, Geparden und anderen Raubtieren
9. Feb 2009 | von Jonathan Kempen | Kategorie: Jonathan Kempen in Südafrika 2009, ReiseAm Samstag um zehn Uhr ging es los. Zoltan, Szoka, deren kleine Tochter Petra, Szokas Schwester Dora, und ich fuhren Richtung Westen zum „Rhino and Lion Nature Reserve“. Dieses Reservat ist eines der kleineren Naturschutzgebiete in Südafrika und eher wie ein Zoo aufgebaut. Trotzdem war es ein tolles Erlebnis. Man fährt über erdige Straßen mit riesigen Schlaglöchern vorbei and Gnus, Antilopen und Zebras durch die hügelige Landschaft.
Im Raubtierareal sahen wir von weitem die Fütterung der weißen Löwen. Dort kam es einige Minuten zuvor zu einer tollen Begegnung. Wir waren gerade dabei ein paar Löwinnen am anderen Ende des Geheges zu beobachten, als ich mich zur anderen Seite umdrehte und drei riesige Löwenmännchen nur drei Meter entfernt von mir im Schatten liegen sah. Ich kann jetzt verstehen warum man den Löwen als König der Tiere bezeichnet. Er strahlt durch seine Größe eine unglaubliche Macht aus, die durch eine beeindruckende Gelassenheit ergänzt wird.
Etwas später hatte Zoltan dann nichts Besseres zu tun, als meine Fensterscheibe herunterzufahren, um ein besseres Bild machen zu können, als sich ein Gepard langsam auf das Auto zu bewegte und ungefähr zwei Meter neben mir stehen blieb. Alleine die Vorstellung, dass dieser mich ohne Probleme hätte angreifen können, macht mir jetzt noch ein bisschen Angst.
Nach diesen Begegnungen machten wir uns dann auf den Weg zur Tierkrippe. Allerdings wurden wir von einer Warzenschweinfamilie für etwas längere Zeit davon abgehalten. Dort endlich angekommen durften wir weißen Löwen-, und schwarzen Leopardenkindern beim Spielen zugucken. Es gab dann auch noch eine Schlangenvorführung, und nach einem späten Mittagsessen sahen wir dann die großen weißen Löwen noch mal aus der Nähe. Was allerdings die sibirischen und bengalischen Tiger dort zu suchen hatten, ist mir ein Rätsel.
So fuhren wir dann im späten Nachmittag wieder nach Hause. Es war ein tolles Erlebnis diese Tiere so nah erleben zu können, obwohl ich keines der versprochenen Rhinos (Nashörner) gesehen habe. Somit habe ich jetzt schon zwei (Löwe und Leopard) der „Big Five“ Südafrikas gesehen. Elefant, Büffel, und Rhinozeros fehlen mir noch.
Doch damit war der Tag noch nicht zu Ende. Zoltan machte nämlich einen größeren Umweg durch die Berge westlich von Pretoria. Die Gegend um Sizanani herum ist relativ flach und von dort nach Pretoria gibt es nicht viel zu sehen. Umso beeindruckender war deshalb dann auch diese Erfahrung. Wir fuhren auf kurvigen Straßen durch eine fast unberührte Landschaft, vorbei an steilen Berghängen, einsamen Bergdörfern und einem Stausee, dessen Schönheit dem Comer See Konkurrenz macht.
Nach einiger Zeit wurden die Straßen wieder breiter, und am Horizont konnte man Pretoria erkennen. Dort machten wir dann noch mal einen kleinen Zwischenstopp auf dem Parlamentshügel, von wo aus man die ganze Stadt sehen konnte. Einfach nur beeindruckend. Zuvor hatte ich von Pretoria immer nur die große Einkaufsmall gesehen.
Voll mit wunderbaren Eindrücken und Erlebnissen, ging es dann letztendlich geradewegs zurück nach Sizanani. Trotzdem holte mich die harte Realität wieder ein, als ich zum ersten Mal eine halbverweste Leiche im Straßengraben liegen sah. Südafrika ist ein Land, in dem man die ganze Schönheit von Gottes Schöpfung sehen kann. Da scheint es doch absolut absurd, dass es in diesem Land immer noch so viel Hass und Leid gibt.




