Gottesdienst auf der Müllhalde

24. Sep 2008 | von | Kategorie: Aktion Dreikönigssingen

Heute war ein sehr anstrengender Tag, aber auch ein Tag mit vielen Eindrücken und Bildern, die ich wahrscheinlich nie wieder vergessen werde.

Schon kurz vor 8 Uhr haben wir uns mit dem Jesuitenpater Roberto Guevara Rubio getroffen – und zwar auf einer der größten Müllhalden in Mexico-City. Dort hält er jeden Mittwoch eine Messe und verteilt Essen an Menschen, die auf dieser Müllhalde arbeiten und leben.Auf der Suche nach Verwertbarem durchsuchen sie die Abfälle der Millionenstadt – eine mühsame und gefährliche Arbeit. Pater Roberto kümmert sich auch darum, dass die Müllsammler medizinisch versorgt werden.

Heute morgen durften wir an der Messe teilnehmen und waren anschließend auch bei der Essensverteilung mit dabei. So bekam ich einen Eindruck davon, unter welch schlimmen Umständen viele Menschen hier leben müssen… Gemeinsam mit rund 150 Fremden stand ich mitten auf diesem Müllberg und begann dankbar für das Leben zu sein, das ich selbst unter vollkommen anderen Umständen führe… Doch trotz der schlimmen Lebenssituation der Menschen auf der Müllhalde konnte ich auch hier erleben, wie lebensfroh und dankbar sie sind und einen nicht als Außenstehenden betrachten.

Anschließend haben wir uns Kindertagesstätten angeschaut. Pater Roberto hat insgesamt drei solcher Einrichtungen gegründet, in denen viele Kinder soziale, medizinische und psychologische Hilfe bekommen. Die Kindergärten liegen in unmittelbarer Nähe der Müllhalde. Oft ist es so, dass die Eltern als Müllarbeiter tätig sind und ihre Kinder tagsüber dort hin bringen.

Ich habe noch nie so viele dankbare, offene, geduldige und lebensfrohe Kinder gesehen wie hier. Egal wo man hinkam, es standen immer mindestens zehn Kinder vor einem, die „Hola“ gerufen und gewunken haben. Die Mädchen liefen in rosafarbenen Kitteln herum, die Jungs in blauen. Viele quatschten direkt drauf los und erzählten mir ganze Romane, doch leider kann ich kein Wort Spanisch. 🙁 Trotzdem konnte ich mich kaum von ihnen losreißen.

Morgen besuchen wir eine andere Stadt in Mexiko – wo es hingeht, verrate ich euch aber noch nicht.

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